So funktioniert ein dynamischer Tarif
Ihr Arbeitspreis setzt sich aus dem Day-Ahead-Preis der jeweiligen Viertelstunde, dem Aufschlag des Anbieters, Netzentgelten, Steuern und Umlagen zusammen. Die Preise für den nächsten Tag stehen kurz nach 13 Uhr fest – Sie kennen sie also einen Tag im Voraus.
In Deutschland muss seit dem 1. Januar 2025 jeder Stromlieferant einen dynamischen Tarif anbieten (§ 41a EnWG). In Österreich gibt es neben monatlich angepassten Floater-Tarifen auch stündliche Spot-Tarife; in der Schweiz gelten in der Grundversorgung dagegen feste Tarife des Netzbetreibers.
Was Sie brauchen
Ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das Ihren Verbrauch mindestens stündlich, besser viertelstündlich erfasst. Ohne Smart Meter wird nach Standardlastprofil abgerechnet, und der dynamische Preis bringt wenig. Wer eine Wärmepumpe oder Wallbox nach § 14a EnWG steuern lässt, kann zusätzlich zeitvariable Netzentgelte nutzen.
Was Lastverschiebung bringt
Durchschnittlicher Abstand der vier günstigsten Stunden jedes Tages zum Tagesmittel in den letzten 30 Tagen, dazu der mittlere Abstand zwischen teuerster und günstigster Stunde. Um etwa diesen Betrag pro Kilowattstunde sinkt der Börsenanteil, wenn Sie Verbrauch in die günstigen Stunden legen – vor Netzentgelten und Steuern.
In den letzten 30 Tagen lagen die vier günstigsten Stunden des Tages in Deutschland im Schnitt 72,06 €/MWh unter dem Tagesmittel – rund 7,2 ct/kWh. Die teuerste Stunde kostete im Mittel 185,64 €/MWh mehr als die günstigste.
| Gebotszone | Tagesspanne €/MWh | Günstigste 4 h unter Mittel €/MWh | pro kWh |
|---|---|---|---|
| 169 | 74 | 7,4 ct/kWh | |
| 186 | 72 | 7,2 ct/kWh | |
| 186 | 72 | 7,2 ct/kWh | |
| 174 | 69 | 6,9 ct/kWh | |
| 118 | 53 | 5,3 ct/kWh |
Amtliche Day-Ahead-Preise der europäischen Marktkopplung: bis September 2025 stündlich, seit Oktober 2025 je Viertelstunde. Auswertung: eigene Berechnung.
Für wen sich ein dynamischer Tarif lohnt
Vor allem für Haushalte mit Elektroauto, Wärmepumpe, Batteriespeicher oder viel verschiebbarem Verbrauch – Waschmaschine, Trockner, Spülmaschine, Warmwasser. Wer den meisten Strom in der teuren Abendspitze braucht, zahlt mit einem dynamischen Tarif unter Umständen mehr als mit einem Festpreis.
Risiken und wie Sie sie begrenzen
In kalten, windstillen Phasen kann der Börsenpreis stark steigen, wie 2022 in der Energiekrise. Achten Sie auf Grundgebühr, Aufschlag pro Kilowattstunde und kurze Kündigungsfristen – und rechnen Sie mit Ihren eigenen Zählerdaten in unserem Tarif-Check nach, was Sie bezahlt hätten.